Rechengrößen für betriebliche Altersversorgung 2020

Anpassung mit Wirkung zum 01.01.2020

Allgemeine Hinweise: Nachfolgend infor­mie­ren wir Sie über die im Jahr 2020 gel­ten­den Rechengrößen für betrieb­li­che Altersversorgung. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit oder die Anwendung der nach­ste­hen­den Werte und Hinweise über­neh­men wir kei­ne Gewähr. In Zweifelsfragen wen­den Sie sich bit­te stets an Ihren Rechts- oder Steuerberater.

Beitragsbemessungsgrenzen
Gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung
West Ost
jähr­lich 82.800 EUR 77.400 EUR
monat­lich 6.900 EUR 6.450 EUR
Gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung
West Ost
jähr­lich 56.250 EUR 56.250 EUR
monat­lich 4.687,50 EUR 4.687,50 EUR
steu­er­freie Höchstbeträge
Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds
jähr­lich monat­lich
8% der RV-BBG (West) 6.624 EUR 552 EUR

Die steu­er­frei­en Höchstbeträge für Beiträge im Rahmen der betrieb­li­chen Altersversorgung an einen Pensionsfonds, Pensionskasse oder Direktversicherung gel­ten u.a. nur für das ers­te Dienstverhältnis des Arbeitnehmers. 

Beiträge des Arbeitgebers im Rahmen einer Direktzusage oder im Durchführungsweg Unterstützungskasse sind grund­sätz­lich steu­er­frei. Dies gilt auch für Beiträge aus der Entgeltumwandlung, da fak­tisch die Beiträge zur betrieb­li­chen Altersversorgung grund­sätz­lich vom Arbeitgeber auf­ge­wen­det werden.

Sozialversicherungsfreie Höchstbeträge
Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds
jähr­lich monat­lich
4% der RV-BBG (West) 3.312 EUR 276 EUR
Direktzusage, Unterstützungskasse
4% der RV-BBG (West) 3.312 EUR 276 EUR

Beiträge des Arbeitnehmers zur betrieb­li­chen Altersversorgung kön­nen in bestimm­ten Höchstgrenzen das sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Brutto redu­zie­ren. Hierbei gel­ten die Regelungen für 1) Direktzusage und Unterstützungskasse (§ 14 Abs. 1 Satz 2 SGB IV) sowie 2) den ver­si­che­rungs­för­mi­gen Durchführungswegen Pensionskasse, Pensionsfonds und Direktversicherung (§ 1  Abs. 1 Satz 1 Nr. 9 SvEV) neben­ein­an­der.

Anspruch auf Entgeltumwandlung
§ 1 a Betriebsrentengesetz
jähr­lich monat­lich
4% der RV-BBG (West) 3.312 EUR 276 EUR

Soweit ein Arbeitnehmer bereits eine Vereinbarung zur Entgeltumwandlung mit sei­nem Arbeitgeber geschlos­sen hat, ent­fällt der Anspruch nach § 1a Betriebsrentengesetz (BetrAVG), unab­hän­gig des bestehen­den Durchführungsweges (§ 1a Abs. 2 BetrAVG).

Entgeltumwandlungsbetrag Minimum
§ 1 a Abs. 1 Satz 4 Betriebsrentengesetz
jähr­lich monat­lich
1/160 der Bezugsgröße 238,88 EUR 19,91 EUR

Der Mindestentgeltumwandlungsbetrag nach § 1a Abs. 1 Satz 4 Betriebsrentengesetz gilt für jeden Arbeitnehmer, der sei­nen Anspruch auf Entgeltumwandlung gegen­über dem Arbeitgeber durch­set­zen will. Der Arbeitgeber kann sich jedoch auch damit ein­ver­stan­den erklä­ren, dass der Mindestbetrag unter­schrit­ten wird. 

Übertragungswert
Höchstgrenze gem § 4 Abs. 3 Betriebsrentengesetz
jähr­lich
RV-BBG /West 82.800 EUR

Die Höchstgrenze gilt nur, soweit der Arbeitnehmer einen Anspruch nach § 4 Abs. 3 BetrAVG durch­set­zen möch­te und nur in den Durchführungswegen Pensionsfonds, Pensionskasse und Direktversicherung.

Förderbetrag für Niedrigverdiener
30% bis maxi­mal 2.200 EUR gem. § 100 EStG
mini­mum maxi­mum
Arbeitgeberbetrag p.a. 240 EUR. 960 EUR

Die Regelungen zum Förderbetrag gel­ten nur für das ers­te Dienstverhältnis des Arbeitnehmers. Das monat­li­che Einkommen des Arbeitnehmers darf 2.200 EUR nicht über­stei­gen. Der Förderbetrag gilt dar­über hin­aus nur für Beiträge des Arbeitgebers an eine Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder in eine Direktversicherung und in Höhe von min­des­tens 240 EUR mtl., soweit die­se Beiträge zum ohne­hin geschul­de­ten Arbeitslohn gezahlt wer­den. Die Voraussetzungen zur Inanspruchnahme sind zum Zeitpunkt der jewei­li­gen Beitragszahlung zu prüfen.

Bezugsgröße in der Sozialversicherung
gem. § 18 SGB IV
West Ost
jähr­lich 38.220 EUR 36.120 EUR
monat­lich 3.185 EUR 3.010 EUR
Abfindungsgrenzen
gem. § 3 Betriebsrentengesetz
West Ost
Renten (1% der mtl. Bezugsgröße) mtl. 31,85 EUR 30,10 EUR
Kapitalzahlung (120-fache Rente) 3.822 EUR 3.612 EUR

Die Abfindungsgrenzen gel­ten im Rahmen des ein­sei­ti­gen Abfindungsrechts des Arbeitgebers, um soge­nann­te Bagatell-Anwartschaften und Leistungen gegen­über aus­ge­schie­de­nen Arbeitnehmern abfin­den zu kön­nen. Eine Zustimmung des Versorgungsberechtigten ist in die­sen Fällen nicht erfor­der­lich. Die Höhe des mög­li­chen Abfindungsbetrags (Barwert der unver­fall­ba­ren Anwartschaft im Zeitpunkt der Abfindung) ist nach den aner­kann­ten Regeln der Versicherungsmathematik zu ermit­teln. Schreiben Sie uns, wenn Sie hier­zu nähe­re Informationen benötigen. 

Höchstgrenzen in der Insolvenzsicherung
gem. § 7 Abs. 3 Betriebsrentengesetz
West Ost
Renten (3‑fache der Bezugsgröße) mtl. 9.555 EUR 9.030 EUR
Kapitalzahlung (120-fache Rente) 1.146.600 EUR 1.083.600 EUR

Soweit Leistungen der betrieb­li­chen Altersversorgung gesetz­lich insol­venz­ge­si­chert sind durch den Pensions-Sicherungs-Verein aG, Köln, sind die­se der Höhe nach begrenzt. Betrachtet man die im Rahmen der betrieb­li­chen Altersversorgung gezahl­ten durch­schnitt­li­chen Brutto-Renten in Deutschland, so decken die Höchstgrenzen die meis­ten Renten-Fälle ab. Übersteigt eine Versorgungsanwartschaft- oder ‑leis­tung die Höchstgrenze, soll­te über zusätz­li­che Sicherungsmaßnahmen nach­ge­dacht werden.

Allgemeine Hinweise: Für die Vollständigkeit und Richtigkeit oder die Anwendung der vor­ste­hen­den Rechengrößen für betrieb­li­che Altersversorgung 2020 und zuge­hö­ri­gen Hinweise über­neh­men wir kei­ne Gewähr. In Zweifelsfragen wen­den Sie sich bit­te stets an Ihren Rechts- oder Steuerberater.